Argentinien im WM-Rausch: Wenn Fußball selbst die Politik lahmlegt

Der Fußball durchdringt in Argentinien alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens – und die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2026 bildet da keine Ausnahme. Das südamerikanische Land befindet sich in einem regelrechten WM-Fieber, das selbst vor den Institutionen des Staates nicht Halt macht.
Die Anhänger der argentinischen Nationalmannschaft greifen zu immer skurrileren Mitteln, um ihrem Team Glück zu bringen. So verzichten zahlreiche Fans konsequent darauf, ihre Kleidung zu waschen – aus Angst, damit den vermeintlichen Zauber der bisherigen Erfolge zu zerstören. Diese Abergläubigkeit zeigt, wie intensiv die emotionale Bindung zwischen dem argentinischen Volk und seinem Fußball ist.
Besonders bemerkenswert ist die Auswirkung dieser Euphorie auf die politische Ebene: Um den WM-Hype nicht zu gefährden, vertagte der argentinische Senat kürzlich eine Sitzung zu einem kontrovers diskutierten Gesetzesvorhaben. Diese Entscheidung verdeutlicht eindrucksvoll, welches Gewicht der Fußball in der argentinischen Gesellschaft hat – er kann sogar parlamentarische Debatten in den Hintergrund drängen.
Für Argentinien, das zuletzt die WM 2022 in Katar triumphierend gewonnen hat, scheint das kommende Turnier 2026 erneut alle Hoffnungen und Sehnsüchte der Nation in sich zu bündeln.
Quelle: www.spiegel.de



